Berufung statt Beruf

Mir ist es gerade ein Herzensanliegen über dieses Thema zu schreiben, da es bei mir und in meinem Umfeld gerade sehr präsent ist und ich viel darüber nachdenke.

 

Berufung bedeutet für mich, ich gehe Tätigkeiten nach, die meinen Fähigkeiten und Interessen entsprechen. Es ist ein Bereich, der mir Freude bereitet, den ich mit Liebe mache und der mir ein Gefühl von Sinn verleiht. Natürlich sollte diese Berufung auch im Einklang mit der Natur, meinen Mitmenschen und der Erde mit all ihren Lebewesen stehen. Im Vergleich dazu ist der Beruf ein x-beliebiger Job in dem ich versuche genügend Geld zu verdienen um leben zu können. Meist macht er nicht wirklich glücklich oder erfüllt einen.

Oder anders ausgedrückt: Man funktioniert einfach!

Schon seit meinem Studium frage ich mich was ich wirklich tun will – was meine ganz individuelle Berufung ist, denn ich bin der Meinung, dass jeder Mensch eine persönliche „Aufgabe“ hat, die nur er/sie erfüllen kann und das aufgrund seiner/ihrer Individualität und Geschichte. Jeder erfährt andere Situationen, macht unterschiedliche Erfahrungen und erlebt seine ganz persönlichen Schicksale. Das macht jeden Einzelnen von uns aus. (Schicksal verwende ich in dem Zusammenhang neutral…“Es wird einem etwas zur Heilung geschickt“).

Vielleicht ein banales Beispiel aus dem Arbeitsalltag eines Sozialarbeiters: Wie soll er/sie einem drogensüchtigen Jugendlichen helfen können, damit aufzuhören, wenn er/sie selbst nie in der selben Situation war und den Weg heraus gefunden hat. Das ist für mich wenig authentisch. Natürlich kann jeder Bücher lesen und sich theoretisches Wissen aneignen, aber jemand der aus eigener Erfahrung spricht, ist viel glaubwürdiger, kann sich empathisch in den anderen hinein versetzen und kann nachvollziehen was der andere gerade erlebt. Auf diese Weise kann man wirklich hilfreiche Unterstützung und Begleitung bieten. Immer vorausgesetzt der Betroffene möchte sich helfen lassen.

Wie immer gibt es auch hier Ausnahmen, ganz klar, aber ich spreche da aus vielen Erlebnissen, wo ich erfahren durfte, das Erfahrung viel mehr Wert hat als reine Theorie.

Im Idealfall empfindet dieser „Sozialarbeiter“ (um beim Beispiel zu bleiben) auch Freude, wenn er anderen Menschen helfen kann, dann würde es für ihn doch wenig Sinn machen Banker zu werden, oder? Als Banker könnte er weder seine eigenen Erfahrungen einbringen, da sie in dieser Sparte nicht gefragt wären, noch würde er seinen Mitmenschen helfen können.

Aktuelle Berichte zeigen, dass immer mehr Menschen unglücklich oder sogar schon im Burn-out angekommen sind. Ich sehe hier die Parallele dazu, dass die meisten nicht tun was sie lieben bzw. sie lieben nicht was sie tun 🙂 Wenn ich jeden Tag funktionieren „muss“ – ohne Freude, dann ist irgendwann die eigene Energie verbraucht. Wenn man nun auch nicht gelernt hat, wie man seine Energiereserven wieder natürlich aufladen kann, dann fehlt sie früher oder später in der  Körper-Geist-Seele-Einheit.

Dann ist der scheinbare Ausgleich oft der ständige Konsum-Drang oder Zwang, der als Belohnung für die ungeliebte Arbeit und den oft harten lieblosen Umgang mit sich selbst und den eigenen Bedürfnissen steht. Ich vermute, dass jeder solche Situationen kennt, man fühlt sich ausgelaugt und unglücklich, doch anstatt sich mit seinen wahren Gefühlen und Gedanken auseinander zusetzen, geht man lieber shoppen um sich ein (wenn auch nur sehr kurzes) Hoch zu verschaffen. Das führt in einen Kreislauf. Da man mehr Geld ausgibt, muss man mehr arbeiten, um es zu verdienen, das macht einen noch unglücklicher und man geht wieder shoppen. Das ist ein Kreislauf, der unsere Wirtschaft am laufen hält und uns Menschen langsam kaputt macht.

Als zweite ideale Ablenkung vom eigenen Leben sehe ich auch die immer weiter fortschreitende Ausweitung der digitalen Welt. Bitte versteh mich nicht falsch ich nutze das Internet auch sehr gerne, aber in Maßen.

Jeder hat heutzutage ein Smartphone, an vielen öffentlichen Orten gibt es Wlan, in jedem zimmer steht ein Fernseher und/oder Computer. Brauchen wir das wirklich? Muss ich immer und überall meine Whatsapp Nachrichten checken können oder auf E-Mails antworten? Tut uns das wirklich so gut? Wie siehst du das?

Oder ist es vielleicht sogar erwünscht, dass wir schön funktionieren, keine eigene Meinung haben, ständig konsumieren und immer mehr in einer aufgesetzten Scheinwelt (Internet) leben, um unsere wahren Bedürfnisse und Empfindungen (unsere wahre menschliche Natur) gar nicht mehr bewusst wahrnehmen zu können?

Wenn ich Jugendliche und Volksschulkinder, ach was sag ich da, egal welches Alter, mit ihren Smartphones auf der Strasse sehe, habe ich das Gefühl als könnten sie ohne Handy und social media gar nicht mehr existieren. Alle Inhalte sind im Netz für jeden verfügbar, auch für Kinder, die gewisse Dinge wirklich nicht sehen sollten. Jetzt sagen manche vielleicht, aber das ist heute halt so, sie müssen mit der Infoflut umgehen lernen. Und ja da stimme ich zu, aber nicht in dem Alter. Als Erwachsene haben wir (hoffentlich) gelernt, bewusst über Dinge/Situationen/Bilder im außen wie im inneren zu reflektieren, nachzudenken, abzuwiegen und etwas als Unsinn zu entlarven. Doch Kinder haben diese Filter noch gar nicht entwickelt und so saugen sie alle Aussagen, Bilder, Eindrücke und Meinungen anderer (z.B. die von „Stars“) einfach in sich auf – vorallem dann, wenn etwas gerade als „cool“ gilt.

Ups, nun bin ich vom Thema etwas abgeschweift, aber lasse es dennoch stehen, da ich es wichtig finde und zum nachzudenken anregen möchte.

Wie kann ich nun meine eigene Berufung finden?

Ich erzähle dir von mir, wie ich das mache:

  • Zum Beispiel nehme ich mir viel Zeit um mich selbst bewusst wahrzunehmen, meine Gedanken, Gefühle und Handlungen.
  • Ich verbringe so oft wie möglich Zeit alleine in der Natur um neue Energie, Kraft und Ruhe zu tanken (das ist eine Möglichkeit um die Energiereserven wieder aufzuladen.
  • Eine andere Möglichkeit Energie zu tanken, ist Bewegung, die Freude macht. Bei mir ist das Yoga, Tanzen und Spazieren gehen.
  • Natürlich passt hier auch die Meditation, wobei ich den Ausdruck nur ungern verwende, ich gehe lieber in die Stille und konzentriere mich auf meinen Atem, das gefällt mir besser und nimmt den Leistungsdruck 😉 oder ich mache eine geführte Meditation.
  • Ich tue täglich Dinge, die mir Freude machen.
  • Ich bin dankbar für jeden neuen Tag und das was ich habe.
  • Ich investiere täglich etwas Zeit in die Findung bzw. Ausübung meiner Interessen  und Fähigkeiten, damit sie wachsen können ❤

Ich kann von mir noch nicht sagen, dass ich meine Berufung voll und ganz lebe, aber ich bin auf einem guten Weg – herzwärts sozusagen ❤ 🙂

Was ist deine Berufung? Was hilft dir dabei deine Berufung zu finden bzw. was hat dir dabei geholfen? Ich freue mich auf eure Antworten 🙂

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2 Gedanken zu “Berufung statt Beruf

  1. Wituschinski schreibt:

    Danke für deine Beschreibung ….. zu Berufung die tatsächliche Aufgabe ….
    die Lebemsaufgabem die man selber hat und die man selber lebt … worin man selber vom Leben lernt und was man selber dadurch gut weitergeben kann…. Alles was man von Konsumkreislauf aufgebrummt bekommt und funktionieren muss ist eben nur Beruf … So siehts zumindest aus …
    Ich wusst es auch nicht genau …. Hier ein toller Link wo Jupiter steht
    da gibt’s auch eine Tabelle wo man rausfinden kann wo der Jupiter bei einem steht …
    http://www.avantgart.de/ihre-talente.html
    💫

    Gefällt 1 Person

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